50.000 Besucher, Weltklasse-Tennis, prominente Gäste und die Premiere eines Economic Summit: Die Boss Open haben 2026 eindrucksvoll gezeigt, wie sehr sich das Turnier auf dem Stuttgarter Weissenhof weiterentwickelt hat. Eine Woche lang wurde die traditionsreiche Anlage zum Treffpunkt für Sport, Wirtschaft und Gesellschaft.

Wer Mitte Juni die Boss Open beim TC Weissenhof besuchte, der merkte ganz schnell: Kaum ein anderes Event in der Region verbindet Sport, Networking und Genuss inzwischen so selbstverständlich zu einem stimmigen Gesamtpaket wie das traditionsreiche Turnier. Einziger Wermutstropfen war dieses Jahr das unbeständige Wetter mit viel Regen. Für die Organisatoren bedeutete das zusätzliche Arbeit, für die Zuschauer längere Aufenthalte in den Hospitality-Bereichen. Dass die Stimmung darunter nicht litt, sprach für die besondere Atmosphäre auf dem Weissenhof. Pünktlich zum Finalwochenende kehrte die Sonne aber dann doch zurück und bescherte den Boss Open einen würdigen Abschluss.






EIN NEUER CHAMPION FÜR DEN WEISSENHOF
Sportlich stand die diesjährige Ausgabe ganz im Zeichen eines neuen Champions. Ben Shelton gewann erstmals die Boss Open und verhinderte damit den erneuten Sieg von Titelverteidiger Taylor Fritz. Im rein amerikanischen Finale setzte sich der 23-Jährige mit 6:4, 2:6 und 6:4 durch und sicherte sich seinen insgesamt sechsten ATP-Titel.
Dass Shelton am Ende die Trophäe in den Händen halten durfte, war alles andere als selbstverständlich. Bereits im Achtelfinale musste er gegen Marcos Giron einen Matchball abwehren, im Halbfinale gegen Jiří Lehečka sogar zwei. Doch der Weltranglistenfünfte bewies Nervenstärke und kämpfte sich durch das Turnier. Nach seinen Erfolgen auf Hartplatz in Dallas und auf Sand in München gewann er damit in diesem Jahr auch auf Rasen. Bei der Siegerehrung zeigte Shelton dann auch jene Lockerheit, die ihn bei den Fans so beliebt macht. Mit einem Augenzwinkern entschuldigte er sich zunächst bei den Ballkindern für einige besonders harte Schläge während der Woche und sorgte damit für zahlreiche Lacher auf den Tribünen. Persönlich wurde es, als er seiner Freundin Trinity Rodman dankte, einer der bekanntesten Fußballspielerinnen der USA, die eigens nach Stuttgart gereist war. „Du bist mein Glücksbringer“, sagte der neue Champion sichtlich gerührt.
Für einen weiteren Höhepunkt aus deutscher Sicht sorgten Yannick Hanfmann und Jan-Lennard Struff. Das Duo gewann überraschend den Doppelwettbewerb und trug sich damit in die Siegerliste des traditionsreichen Turniers ein. Für die beiden Deutschen war es erst das zweite gemeinsame ATP-Turnier überhaupt – umso größer war die Freude über den Titelgewinn auf heimischem Boden.

WO SPORT AUF WIRTSCHAFT TRIFFT
Auf große Resonanz stieß neben dem Geschehen auf den Courts auch der erstmals veranstaltete Economic Summit. Mehr als 150 Gäste verfolgten die Diskussionen hochkarätiger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Technologie, Politik und Sport. Mit Hugo-Boss-CEO Daniel Grieder, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Baden-Württembergs Günther Oettinger, Dubai-Future-Foundation-CEO Khalfan Belhoul, Unternehmer Mohammed Dewji sowie weiteren internationalen Entscheidern standen Persönlichkeiten auf der Bühne, die man sonst eher auf globalen Wirtschaftskongressen als bei einem Tennisturnier erwartet. Die Themen reichten von geopolitischen Entwicklungen über technologische Innovationen bis hin zu den wirtschaftlichen Perspektiven verschiedener Weltregionen. Genau darin zeigt sich die Entwicklung der Boss Open. Der Weissenhof wird zunehmend zu einer Plattform, auf der Sport, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenfinden. Die erfolgreiche Premiere des Economic Summit dürfte deshalb kaum ein einmaliges Experiment bleiben. Bereits während des Turniers kündigte Veranstalter Edwin Weindorfer an, das Format künftig fest etablieren zu wollen. Zu einem Event dieser Größenordnung gehört inzwischen auch eine Hospitality, die Maßstäbe setzt. Titelsponsor Hugo Boss präsentierte sich wieder als perfekter Gastgeber und schuf einen Rahmen, der internationales Niveau mit entspannter Gastlichkeit verband. Die Bread Bar von Jochen Baier entwickelte sich rasch zum beliebten Treffpunkt und Johann Lafer begeisterte die Gäste mit seinem inzwischen legendären Schnitzel, während die Außenflächen von Trautwein Gastronomie und Fabrizio Zullo den idealen Ort für Gespräche, Begegnungen und entspannte Stunden boten. Dass das Turnier längst zu den gesellschaftlichen Höhepunkten des Jahres zählt, zeigte sich auch am Finalwochenende. Tennislegende Boris Becker, Fußball-Weltmeister Lothar Matthäus, Schauspieler Mark Keller und Fußballer Tom Bischof gehörten zu den prominenten Gästen auf der Anlage und verfolgten die Entscheidungen aus nächster Nähe.
So bleibt von den Boss Open 2026 weit mehr in Erinnerung als ein neuer Sieger auf dem Centre Court. Vielmehr hat sich erneut gezeigt, dass Spitzensport die perfekte Grundlage ist für Begegnungen, Austausch und gemeinsame Erlebnisse. Genau diese Mischung macht heute schon Lust aufs nächste Jahr.
